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BremsflüssigkeitenChemische BeschaffenheitDie Bremsflüssigkeit besteht im wesentlichen aus Glykol (zweiwertiger Alkohol) und Glykolether mit Zusätzen, zum Beispiel für die Schmierfähigkeit und den Korrosionsschutz. Im Wesentlichen gibt es zur Zeit drei Stoffgruppen, die als Bremsflüssigkeiten eingesetzt werden. Der chemische Aufbau der drei Flüssigkeiten ist absolut unterschiedlich, deshalb dürfen diese nicht untereinander vermischt werden.
PolyglykoletherDiese Flüssigkeiten sind am weitesten verbreitet und werden seit über fünfzig Jahren hergestellt. Bremsflüssigkeiten aus Glykolbasis sind hygroskopisch, das heißt sie nehmen das Wasser aus ihrer Umgebung auf. Oft wird das Wasseraufnahmevermögen als Nachteil der Flüssigkeiten angegeben, doch dieses Verhalten der Flüssigkeit ist notwendig um sicherzustellen, dass niemals Wasser in Tropfenform im Bremssystem vorliegt. Das aufgenommene Wasser wird vollständig gelöst, und somit wird eine Tropfenbildung verhindert. Freie Wassertropfen führen zu örtlicher Korrosion und würden bei niedrigen Temperaturen gefrieren (Verstopfung wichtige Bohrungen!). Die Weiterentwicklung bei den Bremsflüssigkeiten geht in die Richtung, den Einfluss des aufgenommenen Wassers auf die Siedetemperatur zu reduzieren. Zudem werden Bremsflüssigkeiten mit korrosionsschützenden Zusätzen (Additiven) angereichert, um Korrosionsschäden an der Bremsanlage durch Wassereinfluss zu verhindern. Diese Entwicklung kann zu einer Verlängerung der Wechselintervalle führen. Stichworte: Polyether Silikon-BremsflüssigkeitFlüssigkeiten auf Silikonöl- (Polysiloxan-) Basis sind nicht hygroskopisch. Ohne Wasser entsteht auch keine Korrosion. Bei der US-Armee wird ausschließlich Silikon-Bremsflüssigkeit verwendet. Ebenso kommt es bei verschiedenen Oldtimer-Modellen zum Einsatz. In Europa hat sich die Flüssigkeit nicht durchgesetzt, da die Bremsanlage für den Einsatz von Silikonflüssigkeit speziell konstruiert werden muss. Silikon kann Wasser nicht lösen, weshalb ein teurer Konstruktionsaufwand betrieben werden muss, um das Eindringen von Wasser zu verhindern. Silikon-Bremsflüssigkeit ist zudem mehr als 20-mal kompressibler als Polyglykolether-Bremsflüssigkeit, was dazu führt, dass größere Hauptbremszylinder verwendet werden müssen. Mineralöl-BremsflüssigkeitFlüssigkeiten auf Mineralöl- bzw. Syntheseölbasis sind sehr hochwertige Spezialöle, die nichts mit den regulären Motoröl zu tun haben. Bei der Verwendung von Mineralölen muss streng darauf geachtet werden, dass das richtige Mineral- bzw. Syntheseöl zum Einsatz kommt. Zentralhydraulik und ABS vertragen sich nicht mit irgendeinem Oel! Die Verwendung eines falschen Öles kann zum Ausfall der gesamten Bremsanlage führen. SpezifikationenAuf dem Vorschriftensektor haben die USA die Führung übernommen und alle anderen Länder haben sich den Vorschriften angeschlossen. Weltweit wird nach der FMVSS 116 (Federal Motor Vehicle Safety Standard) gearbeitet, die basierend auf der SAE J4925 erstellt wurde. Mit geringen Änderungen wurde daraus weltweit die ISO 4925 abgeleitet, ohne jedoch die gleiche Gesetzeskraft zu erlangen.In der FMVSS 116 sind folgende Kriterien festgeschrieben:
AnalytikGegenüberstellung der DOT-Spezifikationen Der Nasssiedepunkt (Gleichgewichtssiedepunkt)Der Nasssiedepunkt ist der Siedepunkt der Bremsflüssigkeit, nachdem diese unter definierten Bedingungen Wasser aufgenommen hat (ca. 3,5 bis 3,7 %). Bremsflüssigkeit und Wasser bilden ein azeotropes Gemisch, das bei einer deutlich tieferen Temperatur siedet als die wasserfreie, glykolbasierende Bremsflüssigkeit. Die Bremsflüssigkeit muss so beschaffen sein, dass geringe Wassermengen nicht
zu einer erheblichen Siedepunkterniedrigung führen. Vor allem bei
hygroskopischen Flüssigkeiten (solche auf Glykolbasis, d.h. DOT3, DOT4) ergibt
sich dadurch ein mehr oder weniger starkes Absinken des Siedepunktes. Einige Beispiele aus unserer Analyse-Datenbank
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